Grundlagen

Eine private Rentenversicherung funktioniert grundsätzlich anders als die gesetzliche Rentenversicherung: Die Rente, die mir heute ausgezahlt wird, speist sich nicht durch die heutigen Beiträge der anderen Arbeitnehmer, sondern aus dem Kapital, das ich in der Vergangenheit selbst angespart habe. Anders ausgedrückt: Die Rente, die mir in 30 Jahren ausgezahlt wird, speist sich aus dem Kapital, das ich ab heute selbst über diesen Zeitraum ansparen werde. Und diese 30 Jahre sind der Clou, denn in dieser Zeit kann ich das Geld – theoretisch – für mich arbeiten lassen. Damit werben alle Anbieter privater Rentenversicherungen. Theoretisch, denn in der Praxis arbeitet mein Geld in der privaten Rentenversicherung typischerweise leider nicht für mich, sondern für den Anbieter!

Kosten

Denn private Rentenversicherungen inkl. Kapital-Lebensversicherungen sind in aller Regel mit hohen Kosten verbunden, die die Versicherer für die Verwaltung der Gelder,  Personal- und Marketingkosten sowie Vorstandsboni verwenden. Diese führen letztlich dazu, dass meistens die gesamte Rendite des angelegten Kapitals für diese Kosten aufgebraucht wird. Für den Anleger bleibt am Ende kaum mehr als die eingezahlten Beiträge übrig. Eine sehr enttäuschende und unnötig schlechte Rendite!

Fazit

Daher ein klares Fazit: Finger weg von privaten Rentenversicherungen! Trotz der grundsätzlich guten Idee, von der Rendite der Kapitalmärkte zu profitieren, sind private Rentenversicherungen leider durchweg zu einer Bereicherungsmaschine für die Versicherer verkommen. Bzw. sie waren eigentlich schon immer so angelegt, es hat nur kaum jemand gemerkt. Der Sparer schaut am Ende in die Röhre.

Wer neben der gesetzlichen Rentenversicherung Kapital ansparen möchte und dieses Geld an den Märkten für sich arbeiten lassen möchte, der sollte das Thema daher selbst in Hand nehmen. Dies ist heute angesichts von günstigen Online-Depotbanken, ETFs und wikifolios sehr einfach und kostengünstig möglich.