Grundlagen

Die gesetzliche Rentenversicherung funktioniert so: die Rente, die aktuell an die Rentner ausgezahlt wird, wird von den aktuellen Beitragszahlern (also den Arbeitnehmern) finanziert. Das hatte historisch einen großen Vorteil, denn nach dem 2. Weltkrieg und der Währungsreform 1949 gab es in Deutschland keinerlei Geldvermögen mehr. Ein Rentensystem konnte daher nur nach dem Prinzip des Generationenvertrages aufgebaut werden. Das bedeutet, dass die jeweils aktuellen Arbeitnehmer die jeweils aktuellen Rentner „mit durchfüttern“. Dadurch ist die gesetzliche Rentenversicherung eine sehr robuste Versicherung, die auch Währungsreformen überleben kann.

Umgekehrt werden die damaligen Arbeitnehmer, die die damaligen Rentner finanziert haben, heute als Rentner von den heutigen Arbeitnehmern finanziert. In diesem System ist also jeder zunächst auf der Seite der Zahler, dann auf der Seite der Empfänger. Grundätzlich fair.

Nachteile

Die Achillesferse ergibt sich jedoch aufgrund des demografischen Wandels: auf 1 Rentner kommen aktuell immer weniger Arbeitnehmer. D.h. um die Rentenhöhe zumindest zu halten, muss entweder jeder Arbeitnehmer immer mehr in die Rentenkasse einzahlen, oder das Rentenalter muss immer weiter heraufgesetzt werden. Denn in diesem System arbeitet das Geld nicht für uns, sondern es muss immer aus den aktuellen Rentenbeiträgen gespeist werden. Das ist der ganze Hintergrund der inzwischen jahrzehntelangen politischen Diskussionen, inwieweit „die Rente sicher“ sei etc. Die Antwort ist ganz einfach: Das System der gesetzlichen Rente ist grundsätzlich robust, aber wieviel der einzelne am Ende tatsächlich herausbekommt, ist alles andere als sicher. Diese Schwachstelle nutzen die privaten Rentenversicherungen unter dem Stichwort „Rentenlücke“ aus. Leider meistens mehr zu ihrem eigenen Wohle als zum Wohle der Beitragszahler und Renter…